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rich & poor
© Christian Schirrmacher (CC BY 2.0)

Woher kommen Déjà-vus?

Josephine (18 Jahre)

Antwort

Es gibt unglaublich viele Erklärungen für Déjà-vus. Bisher ist nicht eindeutig geklärt, wie genau sie entstehen. Deswegen hier nur einige der häufigsten Vermutungen:

1. Das Gehirn nimmt viel mehr an Informationen auf, als wir bewusst mitbekommen. Wenn wir in der U-Bahn z.B. einen Straßenkünstler sehen, der ein bekanntes Lied spielt und dabei in einen Apfel beißen und aus dem Augenwinkel auf die Uhr schauen; dann kann es uns beim nächsten Mal, wenn wir auf die Uhr schauen und jemand neben uns einen Apfel isst so vorkommen, als ob wir diese Situation schon einmal erlebt haben. Das liegt daran, dass unser Gehirn unglaublich gut darin ist, Muster zu erkennen. Und teilweise erkennt es Muster in Dingen, die gar kein Muster haben - und das kommt uns dann manchmal wie ein Déjà-vu vor.

2. Wenn das Kurz- und Langzeitgedächtnis nicht aufeinander abgestimmt wurden, versucht das Gehirn, diesen Fehler zu beheben. Wenn wir z.B. einen Geruch wahrnehmen, den wir kennen, überträgt das Gehirn die Information „Ja, das kenne ich.“ auf die gesamte Situation.

3. Untersuchungen ergaben, dass Déjà-vus oft nach Phasen großer Belastung auftreten, wenn der Stress abebbt und der Mensch sich wieder entspannt.

4. Es gibt auch die Vermutung, dass ein Déjà-vu auf Grundlage verdrängter Phantasien beruht.

Bernhard Scholz, MINT-Projekt
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

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