Hamburg will’s wissen


Unidentified persons in operating room
© Stanford Medical History Center (CC BY-NC-SA 2.0)

Stimmt es, dass bei einer Organtransplantation Empfindungen und Eigenheiten des Spenders auf den Empfänger übergehen?

Wiebke (24 Jahre)

Antwort

Nein, das stimmt nicht.
Es gibt zwar einzelne Personen, die Derartiges behaupten, aber aus psychologischer Sicht handelt es sich dabei um Fehlinterpretationen. Die Transplantation ist für die Betroffenen ein lebensveränderndes Ereignis. Dass sich danach Vorlieben, Prioritäten im Leben oder sogar Persönlichkeitsmerkmale verändern, ist psychologisch völlig nachvollziehbar. Auch kann es z.B. zu Veränderungen des Geschmacksempfindens kommen. Dies wird von einigen wenigen Betroffenen fälschlicherweise dem Spenderorgan zugeschrieben und kann als Ausdruck einer nicht gelungenen Organintegration verstanden werden. Der großen Mehrzahl der Patienten gelingt es allerdings ohne größere Probleme, für sich einen Weg zu finden, das Organ anzunehmen. Für die meisten ist es einfach ein lebensrettendes Geschenk, für das sie sehr dankbar sind.

Prof. Dr. Björn Nashan (Klinik und Poliklinik für Hepatobiliäre Chirurgie und Transplantationschirurgie)
Dipl. Psych. Sylvia Kröncke (Klinik und Poliklinik für Hepatobiliäre Chirurgie und Transplantationschirurgie)
Prof. Dr. Friedrich Thaiss (III. Medizinische Klinik)
Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf

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