Hamburg will’s wissen


Es ist wieder soweit!
© William Brawley (CC-BY 2.0)

Warum gibt es heutzutage gefühlt viel mehr Allergiker als früher?

Tobias (22 Jahre)

Antwort

Die Zahl der Allergiker hat in den letzten Jahrzehnten tatsächlich deutlich zugenommen, und zwar v.a. in den industrialisierten Ländern.
Hierfür werden mehrere Gründe diskutiert:
Die sog. Hygiene-Hypothese besagt, dass eine höhere Exposition mit Mikroorganismen (Keime, Parasiten, mikrobielle Komponenten) in der Kindheit zu weniger Allergien führt. Durch die veränderten Lebensgewohnheiten (z.B. Abnahme der Familiengröße, Aufwachsen in der Stadt statt auf dem Land) besteht weniger Kontakt zu Mikroorganismen, wodurch das Allergie-Risiko steigt (das Immunsystem ist sozusagen „untrainiert“).
Dies ist jedoch nicht eindeutig bewiesen; es spielen sicher auch andere Faktoren eine Rolle.
So scheint auch der Klimawandel bedeutsam zu sein: durch das mildere Klima verlängern sich die Pollenflugzeiten deutlich, damit steigt das Allergierisiko.
Auch hohe Belastungen mit Luftschadstoffen wie Feinstaub und Ozon beeinflussen die Entwicklung von Pollenallergien (Auftreten verstärkter Allergiesymptome in Städten).
Ein kleiner Teilaspekt mag auch die vermehrte Aufmerksamkeit in bezug auf Allergien sein.

Jana Witte
Fachärztin für Dermatologie, Oberärztin
Klinik und Poliklinik für Dermatologie
Abteilung für Allergologie
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

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